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Determinismuswiderlegung in der Philosophie Immanuel Kants und bei Johann Gottlieb Fichte in der Phase bis 1796


Klaus Unterburger

Beschreibung
Die Philosophie des 18. Jahrhunderts rang intensiv mit dem
Problem des Determinismus, nmlich dem Widerstreit zwischen
rationaler Kausalerklrung und scheinbarer Freiheit und
Verantwortlichkeit des Menschen, also zwischen "Kopf und
Herz". Die menschliche Freiheit gegen den Determinismus
gerde mit rationalen Mitteln gnoseologisch zu sichern ist das
fundamentale, gemeinsame Anliegen Imanuel Kants und Gottlieb
Fichtes. Beide erkennen, da die konsequente Form
deterministischen Philosophierens nur der den Menschen in seiner
Selbstndigkeit und seinen ethisch-praktischen Interessen
letztlich negierende Spinozismus ist.



Vorliegende Studie zeigt, wie die transzendentalphilosophische
Auseinandersetzung mit dem Determinsimus alle wesentliche
Elemente bereits von Kants theoretischer Philosophie prgt. Sie
untersucht dann genauer Kants Konzeption der Autonomie, nher
das Verhltnis von reiner praktischer Vernunft und formaler
Willkrfreiheit. Kant gelingt es nicht mehr, beide Theoreme in
ein erkenntnismig gesichertes Konzept einer sichtbestimmenden
Vernunft zu integrieren. Ein Teil der Schler Kants
interpretiert deshalb dessen Philosophie erneut deterministisch
("Intelligenter Fatalismus").



Fr Fichte bedeutet die Begegnung mit der Kritischen Philosophie
die Befreiung vom Determinismus seiner Jugend. Es wird gezeigt,
wie entwicklungsgeschichtlich der Zwang zu einer gnoseologisch
immer tiefer gehenden Begrndung und Verteidigung der Resultate
von Kants Philosophieren ihn schlielich zu seinem eigenen
Systemansatz fhrt. Wird Freiheit damit im obersten Prinzip
gesichert, kann sie auch in allen Teilbereichen des
transzendentalphilosophischen Systems erkenntnismig legitim
eingesetzt werden. So kann Fichtes Jenaer philosophische Position
historisch-genetisch exakt und teilweise zum ersten Mal aus der
Diskussionslage um die Philosophie Kants entwickelt werden.
Zugleich wird deutlich, mit welch gedanklicher Potenz die
klassische Transzendentalphilosophie den Determinismus zu
destruieren im Stande ist. Die deterministische These ist selbstwidersprchlich, gnoseologisch nicht legitimierbar und
macht es unmglich, eine Auenwelt erkenntnismig
anzusetzen, in der dialektische Identittsverhltnisse wie etwa Bewegung oder berhaupt substanzielle Identitt in der Zeit
vorkommen.



Fr Kant und Fichte ist der Kampf gegen den Determinismus und
Spinozismus zentraler Beweggrund ihres Philosophierens. Die
Mehrdeutigkeit der Konzeption einer freien und autonomen
praktischen Vernunft Kants zwangen Fichte zur Ausbildung eines
epistemologischen Begriffs von Vernunft, der die Kantische
Destruktion eines durchgngigen Determinismus gnoseologisch
absichert. So ist die deterministische These nach der
Transzendentalphilosophie selbstwidersprchlich und zerstrt
die erkenntnismige Konstitution einer geordneten materiellen
Auenwelt.



Der Autor, geboren 1971, ist Magister der Philosophie und
Lizentiat der Katholischen Theologie. Er ist zur Zeit
wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Manfred Weitlauff am Lehrstuhl fr Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit
der Ludwig-Maximilians-Universt in Mnchen und philosophisch
Schler des Altmeisters der Fichte-Forschung, Prof. Dr. Reinhard
Lauth.

194 Seiten, gebunden, XXVI, DINA5
Erscheinungsjahr: 1999
Preis: 39.00 € inkl. MwSt und Versandkosten in Deutschland
(Versandkosten Ausland auf Anfrage)
ISBN: 3-89391-363-7

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