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 Das Pantheon in Rom
Gert Sperling

Info: Abbild und Maß des Kosmos. HORREA-Beiträge zur römischen Kunst und Geschichte Band 1. Herausgegeben von Herbert Rosendorfer

Beschreibung : Das Pantheon in Rom ist neben dem Pantheon in
Athen ein vom ursprünglichen Konzept her noch immer nicht
restlos geklärtes Gebäude. Eine jüngere Studie von L.
Haselberger (Philadelphia, 1994) kommt sogar zu dem Urteil:
"Die allgemeine Bekanntheit des Pantheons steht zu dessen
Kenntnis in merkwürdigem Kontrast, scheint geradezu die Ursache für dessen Unkenntnis zu sein." Seit 1989 sind neue
Vermessungsdaten mit dem hochpräzisen ECDS 2 - Kern - Verfahren
aus der Schweiz von M. Pelletti (Rom) erhoben worden, deren
Veröffentlichung ein völlig neues Licht auf die bisherigen,
sehr unterschiedlichen Interpretationsansätze werfen. Es kann
nämlich damit erstmalig der ds Gebäude regelnde Modul
identifiziert werden, und es zeigt sich, daß er in metrischer
Beziehung steht zum damaligen Wissen über den Kosmos in der
philosophischen Tradition des Pythagoreismus, der zur
Entstehungszeit des Pantheons (nach neuen Datierungen unter
Trajan und Hadrian etwa 113-120 n.Chr.) im Römischen Reich eine
Renaissance erlebte. Damit bestätigt sich mithilfe
mathematischer und metrischer Kontrolle die symbolisch gemeinte
Aussage des spätantiken Historikers Cassius Die, daß das
Pantheon "die Himmel versammle".


Auf diesem geistesgeschichtlichen Hintergrund versucht der Autor,
die antiken Theoriebefunde anhand der gegebenen Meßwerte zu
bestätigen und entschlüsselt mithilfe von Arithmetik und Musik,
Geometrie und Astronomie ("Quadrivium") den
konsistenten Plan, ein umfassendes "Abbild des Kosmos"
anschaulich in den Raum zu stellen ("theoria") und staatsideologischen Zwecken unterzuordnen. Astronomische und
geodätische Erkenntnisse dienen symbolisch der Verehrung des
römischen Prinzipats (Ovation). Die astronomisch bedeutsamen
Geburtsdaten von Kaiser Augustus (23.9., Herbstäquinokium) als
Begründer des Prinzipats und Trajans (18.9., fünf Tage früher)
als Auftraggeber für den Neubau des Pantheos und dessen neuer
Orientierung nach Norden spielen eine architektonisch und
theoretisch signifikante Rolle. Durch diese Interpretation kann
man alles bisher von fachlicher Seite geäußerten formalen
Irritationen am ursprünglichen Baubestand als Gesamtkomplex in
einen plausiblen Zusammenhang bringen, und sie lassen sich als bewußten Bestandteil der damaligen Planung im Sinne der
"Abbildtheorie" interpretieren. Von besonderem
Interesse ist die Tatsache, daß in der Rotunde die
heliozentrische Hypothese der Antike theoretisch zwingend
verschlüsselt ist - 1400 Jahre vor Kopernikus.

362 Seiten, gebunden, DIN A 4
Preis: 74.00 € inkl. MwSt und Versandkosten in Deutschland
(Versandkosten Ausland auf Anfrage)
ISBN: 3-89391-854-X


  
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